{"id":168,"date":"2012-11-12T19:12:51","date_gmt":"2012-11-12T17:12:51","guid":{"rendered":"http:\/\/familie-woehl.de\/?page_id=168"},"modified":"2019-01-25T17:42:22","modified_gmt":"2019-01-25T17:42:22","slug":"christian-kahler-2-3-und-maria-frentz-2-4","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/familie-woehl.de\/?page_id=168","title":{"rendered":"Christian K\u00e4hler (2.3) und Maria Frentz (2.4)"},"content":{"rendered":"\n<p>Der am 20.Mai <em>1851 <\/em>geborene Christian K\u00e4hler wird wie sein Vater Tagel\u00f6hner am <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/uv?hl=de&amp;pb=!1s0x47adddd41d85e74d:0xede540660f97d4ea!2m22!2m2!1i80!2i80!3m1!2i20!16m16!1b1!2m2!1m1!1e1!2m2!1m1!1e3!2m2!1m1!1e5!2m2!1m1!1e4!2m2!1m1!1e6!3m1!7e115!4shttps:\/\/lh5.googleusercontent.com\/p\/AF1QipMzzOzP2lZz8S6E4RQv8Qy0BZ6f2A0VyR6Y04Vt%3Dw213-h160-k-no!5sgro%C3%9F+br%C3%BCtz+gutshaus+-+Google-Suche&amp;imagekey=!1e10!2sAF1QipMzzOzP2lZz8S6E4RQv8Qy0BZ6f2A0VyR6Y04Vt&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwjjrPjQuYngAhUDJlAKHUNUC_EQoiowDnoECAYQBg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Gro\u00df Br\u00fctzer Hof (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Gro\u00df Br\u00fctzer Hof<\/a>, heiratet mit 26 die gleichaltrige Maria Frentz (2.4), die auch aus Gro\u00df Br\u00fctz stammt. Auch sie haben einen ganzen Stall voller Kinder, wie Oma Rieke (3.2) es ausdr\u00fcckt. Christian hebt sich als Pers\u00f6nlichkeit sehr unter den Tagel\u00f6hnern heraus, zieht sich proper an, ist ein flotter T\u00e4nzer, stattlich in jeder Hinsicht. Aber durch seine T\u00e4tigkeit des Butterns nennen sie ihn etwas respektlos \u201cBotter-K\u00f6hler\u201d. Bei den Dorffesten darf er immer mit &#8222;Gn\u00e4\u00e4 Fru&#8220; einen flotten Walzer aufs Parkett legen. Trotz des Strebens nach dem Feinen ist man im Leben nolens volens sehr bescheiden. Oma Rieke berichtet, dass es keinen Weihnachtsbaumbehang gab, kein Konfekt und keine Schokolade. \u201cJeder kreeg ne M\u00e4\u00e4lpop\u201d als Spielzeug, das man, sobald es gen\u00fcgend schmutzig war, immer noch aufessen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Oma Rieke berichtet weiter von langen Winterabenden bei tr\u00fcben Kerzen: oder Kienspanbeleuchtung. Man spinnt selbst angebauten Flachs oder Schafwolle. Der Flachs hat vorher schon viel Arbeit verursacht. Man musste ihn braken, d.h. so lange schlagen, bis sich die Fasern l\u00f6sen lassen. Maria und ihre T\u00f6chter m\u00fcssen viel spinnen, nicht nur, weil sie alle einigerma\u00dfen angezogen sein wollen, sondern jede Tochter soll auch eine gute Aussteuertruhe mit \u201ceegenmakt Linnen\u201d bekommen. Das Bettzeug, die Tischt\u00fccher usw. sind so dauerhaft, dass man sie zeitlebens nicht zu ersetzen braucht. Weben k\u00f6nnen die meisten Frauen auch selbst, haben aber nicht alle einen eigenen Webstuhl. Die Bearbeitung der Schafwolle ist nicht minder langwierig. Der Weg bis zur fertigen Jacke oder selbstgestrickten Str\u00fcmpfen ist m\u00fchsam. So ist der Winter gleicherma\u00dfen mit Arbeit ausgef\u00fcllt wie der Sommer. Vom Fr\u00fchjahr bis zum Herbst reicht die Arbeitszeit vom ersten Sonnenstrahl am Morgen bis zum letzten am Abend. Der Lohn auf dem Gut ist gering. Die Gutsherren verstehen es, die Tagel\u00f6hner auszubeuten. Diese kennen es nicht anders und sind kaum aufs\u00e4ssig<em>. <\/em>Am meisten f\u00fcrchten sie b\u00f6se Krankheiten, denn eine soziale Absicherung fehlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sonntags holt man, wie Oma Rieke weitererz\u00e4hlt, das beste Zeug f\u00fcr den Kirchgang aus dem Schrank. Das ist Modenschau und f\u00fcr die heiratsf\u00e4higen Kinder gleichzeitig Brautschau.<\/p>\n\n\n\n<p>Tochter Minna, die &#8222;Fieken&#8220; genannt wird, weil &#8222;Gn\u00e4\u00e4 Fru&#8220; nicht umlernen will, wird von einem der vier Br\u00fctzer Bauern umworben. Von Riekes Schwestern macht sie die beste Partie. Ihr Mann, Johannes M\u00f6ller, der gleichzeitig Kirchenjurat ist, erweist sich als \u00e4u\u00dferst gutm\u00fctig, aber Friederike (3.2) ist mit Wilhelm (3.1) auch nicht betrogen. Das Leben einer Schusterfrau ist angenehmer als das einer Tagel\u00f6hnerfrau.<\/p>\n\n\n\n<p>Maria K\u00e4hler stirbt mit 72 in Schwerin, und Christian &#8222;Botterk\u00f6hler&#8220; bringt es sogar auf <em>82. <\/em>Das langlebige und stabile Geschlecht der K\u00e4hler m\u00fcsste die W\u00f6hlsche Degeneration auf Dauer wieder wettmachen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><em>Das obige Foto der Gro\u00df Br\u00fctzer Kirche stammt von <\/em>Klosterm\u00f6nch <br>[CC BY-SA 3.0 (https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0)], from Wikimedia Commons<em>,\u00a0<\/em><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=7240511\"><em><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Gro%C3%9F_Br%C3%BCtz_Kirche_2013-03-02_64.JPG\">https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=7240511<\/a><\/em><\/a><br><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button alignright\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/familie-woehl.de\/?page_id=172\">n\u00e4chste Seite<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der am 20.Mai 1851 geborene Christian K\u00e4hler wird wie sein Vater Tagel\u00f6hner am Gro\u00df Br\u00fctzer Hof, heiratet mit 26 die gleichaltrige Maria Frentz (2.4), die auch aus Gro\u00df Br\u00fctz stammt. 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