{"id":200,"date":"2012-11-12T22:44:40","date_gmt":"2012-11-12T20:44:40","guid":{"rendered":"http:\/\/familie-woehl.de\/?page_id=200"},"modified":"2019-01-25T17:54:02","modified_gmt":"2019-01-25T17:54:02","slug":"christian-hinrichs-3-3-und-luise-bertram-3-4","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/familie-woehl.de\/?page_id=200","title":{"rendered":"Christian Hinrichs (3.3) und Luise Bertram (3.4)"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/christi2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"147\" height=\"210\" src=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/christi2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-701\" srcset=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/christi2.jpg 147w, https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/christi2-105x150.jpg 105w\" sizes=\"auto, (max-width: 147px) 100vw, 147px\" \/><\/a><figcaption>Christian Hinrichs 31 Jahre alt<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der 1867 geborene Christian w\u00e4chst zusammen mit seinem \u00e4lteren Bruder Rudolf in der elterlichen Ackerb\u00fcrgerei in <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Parchim\" target=\"_blank\">Parchim<\/a> auf. Seine gro\u00dfe Tierliebe kann er nicht nutzen, sondern mu\u00df gegen seinen Willen Schuster werden, weil der \u00e4ltere Rudolf den Hof erbt. Sicherlich konnte man nicht voraussehen, da\u00df Rudolf den Hof vertrinken w\u00fcrde. Bei Christian w\u00e4re er in besseren H\u00e4nden gewesen. Dieser f\u00fcgt sich aber in sein Schicksal und bringt es zu einem ausgezeichneten Schuster, speziell f\u00fcr die Reitstiefel der Offiziere. Sein Schusterkollege Heinrich Bertram, der Sohn des adoptierten Glanzraben Philipp (2.7), bringt Christian mit seiner Schwester Luise zusammen. Christian nimmt keinen Ansto\u00df an Luises unehelichem Kind Auguste. Immerhin ist sie eine t\u00fcchtige Schneiderin, die nicht l\u00e4nger abgekapselt auf <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lewenberg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Lewenberg (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Lewenberg<\/a> leben m\u00f6chte. Beide heiraten mit 31 bzw. 28 Jahren. Das nachfolgende Foto d\u00fcrfte von der Silberhochzeit 1923 stammen:<\/p>\n\n\n\n<p>Oma Wiesche (3.4) sagt immer wieder: \u201cHe wier &#8217;n fein Kierl.\u201d Aber auch vom Taternblut ist, wie erw\u00e4hnt, die Rede. Luise soll sich als die weitaus st\u00e4rkere erweisen. Christian st\u00fctzt sich auf sie ab. Er erweist sich nur anfallweise als flei\u00dfig, was trotz seiner \u00fcberaus gro\u00dfen Geschicklichkeit verwundert. Es mu\u00df wohl am Taternblut liegen: &#8222;He kickt lewer de Ahnten in &#8217;n Mors&#8220;, sagt Luise nicht nur einmal. Christian h\u00e4lt sich H\u00fchner, Tauben, G\u00e4nse, Enten, eine Ziege und einen Hund. Tiere erf\u00fcllen sein Leben.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright\"><a href=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Woehls-Schweriner-Haus.jpg\" rel=\"attachment wp-att-1233\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"208\" src=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Woehls-Schweriner-Haus-300x208.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1233\" srcset=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Woehls-Schweriner-Haus-300x208.jpg 300w, https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Woehls-Schweriner-Haus-150x104.jpg 150w, https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Woehls-Schweriner-Haus-624x433.jpg 624w, https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Woehls-Schweriner-Haus.jpg 873w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption>Hinrichs neues Haus Goethestr. 86<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Christian und Luise kaufen sich B\u00e4cker Kuschors Haus am Totendamm in Schwerin, sp\u00e4ter Rostocker Str.15 und nach dem 2. Weltkrieg Goethestr. 86. Dort ist Platz f\u00fcr Christians Schusterei und noch mehr f\u00fcr Luises Schneiderei sowie die vielen Viecher. Christian kann sich \u2013 genauso wenig wie Wilhelm W\u00f6hl \u2013 mit der Schusterei eine goldene Nase verdienen, auch kaum mit mehr Flei\u00df. Daf\u00fcr geht Luises Schneiderei umso besser. Sie besch\u00e4ftigt bis zu acht N\u00e4herinnen und macht sich die umliegenden Gutsbesitzerfrauen zur Kundschaft. Zwar sind diese s\u00e4umige Zahler, geben aber Renomme. Sie ist zwar Schneidermeisterin, nennt sich aber Modistin. Woher mag sie nur ihre Gro\u00dfmannsall\u00fcren haben? Die Suche endet schon bei ihrem Vater, dem Glanzraben Philipp. Sie kann aber auch gut mit den Adligen umgehen. Bruno freut sich, wenn sie schon zu den Gutskindern sagt: \u201cWulln Komtesse sick mal r\u00fcmmedreiden?&#8220; (bei der Anprobe: Wollen Komtesse sich umdrehen?) F\u00fcr Hausarbeit hat Luise keine Zeit, am Tage Kontaktpflege mit den Kundinnen und bis tief in die Nacht flei\u00dfiges N\u00e4hen. Christian wird zum Hausmann degradiert, erweist sich aber auch daf\u00fcr nicht als gut. So erinnert man sich an &#8222;Gucke&#8220;. Gemeint ist das in Oldershausen lebende uneheliche Kind von Luise. Nach der Geburt von Tochter Martha 1901 mu\u00df Gucke wieder her, aber jeder hat sie als Kinderm\u00e4dchen anzusehen. Die Freude mit dieser billigen Kraft dauert nicht allzu lange, weil diese Malermeister Krasemann heiraten will. Als die Verlobten eine Veranstaltung besuchen wollen, verweigert Luise die Herausgabe des Hausschl\u00fcssels, was zum lebensl\u00e4nglichen Krach und Verbannung von Gucke f\u00fchrt. Luise ist unerbittlich, wird es aber bald schwer b\u00fc\u00dfen m\u00fcssen. Christian erkrankt an schwerer Arterienverkalkung, letztlich mit Anstaltsaufenthalt und fr\u00fchem Tod, und Sohn Walter, von dem noch zu sprechen ist, kommt sp\u00e4ter aus dem Krieg nicht heim.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Martha_Hinrichs1911.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"225\" height=\"300\" src=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Martha_Hinrichs1911-225x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-740\" srcset=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Martha_Hinrichs1911-225x300.jpg 225w, https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Martha_Hinrichs1911-112x150.jpg 112w, https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Martha_Hinrichs1911-769x1024.jpg 769w, https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Martha_Hinrichs1911-624x830.jpg 624w, https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Martha_Hinrichs1911.jpg 857w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><figcaption>Martha Hinrichs 1911<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Bleiben wir zun\u00e4chst bei Tochter Martha (4.2), die die h\u00f6here T\u00f6chterschule besuchen und bei den Geschwistern Topp Kunstgewerbe lernen kann, verliebt sich schon mit 18 in Richard W\u00f6hl. Da er 10 Jahre \u00e4lter ist, wird er von Luise akzeptiert: &#8222;He is wenigstens all dr\u00f6g achter de Uhren.\u201d Das Verlobungshindernis war nur: &#8222;Wo n\u00e4hm wi all denn Zucker her?&#8220;. Immerhin ist Richard Abteilungsleiter bei einer Lebensversicherung, doch seine Herkunft gilt bei den Bertrams als niedrig, weil sie sich als erste Schweriner Gesch\u00e4ftsleute f\u00fchlen. Schuster ist eben nicht gleich Schuster. In Schwerin pflegt man den Standesd\u00fcnkel weit mehr als anderswo. Der Hofstaat des Gro\u00dfherzogs strahlt wohl&nbsp;so aus, und die vielen Beamten mit ihren gro\u00dfen Titeln tun ein \u00fcbriges.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Walter_Hinrichs1914.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"203\" height=\"300\" src=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Walter_Hinrichs1914-203x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-739\" srcset=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Walter_Hinrichs1914-203x300.jpg 203w, https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Walter_Hinrichs1914-101x150.jpg 101w, https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Walter_Hinrichs1914.jpg 675w\" sizes=\"auto, (max-width: 203px) 100vw, 203px\" \/><\/a><figcaption>Walter Hinrichs 1914<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Christians Krankheit beginnt damit, da\u00df er bei Marthas und Richards Hochzeit auf dem Standesamt pl\u00f6tzlich seinen Namen nicht mehr schreiben kann. Er mu\u00df sich entschuldigen: \u201cIIck hew mien Brill verg\u00e4ten\u201d, obwohl er gar kein Brillentr\u00e4ger ist. Der 1911 geborene Sohn Walter ist bei der Hochzeit seiner Schwester erst 10 Jahre. Luise kann sich ihm nicht widmen, denn Christian f\u00e4llt als Hausmann mehr und mehr aus, w\u00e4hrend Gucke verbannt ist. So kommt Walter auf das Seminar in Neukloster, wo man Abitur machen und zum Lehrer ausgebildet werden kann. Als er fertig ist, will man keine Lehrer mehr einstellen. Darum lernt er bei der Sparkasse in Parchim und wird sp\u00e4ter in Schwerin Sparkasseninspektor. Wegen Luises Offiziersvogel mu\u00df er freiwillig dienen und wird auch im Krieg noch Oberleutnant, aber Luises Lieblingssohn kehrt nicht mehr heim. Diesen Schmerz verwindet sie nie, doch zu einer Vers\u00f6hnung mit Gucke kommt es auch am Totenbett nicht. So hart ist Luise. Trotz des Kummers und ihrer unerm\u00fcdlichen N\u00e4herei wird sie 84 Jahre. Dabei hat sie nie Frucht und Gem\u00fcse mit Vitaminen anger\u00fchrt, sondern vorwiegend von Br\u00f6tchen gelebt, die sie zwischendurch hastig auf ihrer Hintertreppe a\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn bei Oma Rieke und Opa Wilhelm Schludergeschichten von der Verwandtschaft erz\u00e4hlt wurden, so kann dies im Zusammenhang mit Oma Wiesche nicht anders sein. Da hier mehr Kontakt in der Sippschaft ist als bei den W\u00f6hls, zun\u00e4chst eine Aufstellung, durch die man die Zusammenh\u00e4nge sicher besser erkennt:&nbsp;<!--mstheme--><\/p>\n\n\n\n<table border=\"4\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"6\" width=\"20%\">Die 5 Hinrichs-Geschwister in der Reihenfolge des Alters<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20%\">Rudolf<\/td>\n<td width=\"20%\">Marie Michel<\/td>\n<td width=\"20%\">Wilhelm<\/td>\n<td width=\"20%\">Christian (3.3)<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"20%\">Karl<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"6\" width=\"20%\">deren Kinder<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20%\"><\/td>\n<td width=\"20%\">Martha Siems\nAlma Redlin<\/td>\n<td width=\"20%\"><\/td>\n<td width=\"20%\">Martha W\u00f6hl (4.2)\nWalter Hinrichs<\/td>\n<td colspan=\"2\" width=\"20%\">Klara Schon\nAnna Hinrichs<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"6\" width=\"20%\">Die 6 Bertram Geschwister und deren Kinder:<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20%\">August<\/td>\n<td width=\"20%\">Wilhelm<\/td>\n<td width=\"20%\">Heinrich<\/td>\n<td width=\"20%\">Minna Trilke<\/td>\n<td width=\"10%\">Luise (3.4) Hinrichs<\/td>\n<td width=\"10%\">Auguste Hinrichs<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"20%\">Erna Bertram\nHans Bertram\nAnni Kempf<\/td>\n<td width=\"20%\">Martha Bertram<\/td>\n<td width=\"20%\">Marie Bertram\nWilhelm Bertram<\/td>\n<td width=\"20%\">Minna Trilke Hedwig<\/td>\n<td width=\"10%\">Auguste Krasemann\nMartha W\u00f6hl (4.2)\nWalter Hinrichs<\/td>\n<td width=\"10%\">Auguste Hinrichs\nLudwig Hinrichs\nLisbeth Hinrichs\nHeinz Hinrichs<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter\"><a href=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Jugendweihe1937.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"830\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Jugendweihe1937-830x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-535\" srcset=\"https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Jugendweihe1937-830x1024.jpg 830w, https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Jugendweihe1937-243x300.jpg 243w, https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Jugendweihe1937-624x769.jpg 624w, https:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Jugendweihe1937.jpg 1029w\" sizes=\"auto, (max-width: 830px) 100vw, 830px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Enkel Bruno (5.1) kann seinen Gro\u00dfvater Christian, von Luise Karl genannt, aus eigener Kenntnis kaum charakterisieren. Er erinnert sich, da\u00df dieser Opa zumeist tags\u00fcber an einen Schrank gelehnt geschlafen hat. Eine Unterhaltung gibt es mit ihm kaum, weil man in Oma Wiesches Schneiderstube sein eigenes Wort nicht verstehen kann. Luise kann sich ihrem Mann nicht widmen und gibt ihn in die Anstalt Sachsenberg, wo man Geistesgest\u00f6rte behandelt, sicherlich so, da\u00df sie bald sterben. Nur einige Monate mu\u00df der gutm\u00fctige Christian dies erdulden, bis er 1929 mit 62 Jahren stirbt (genauer: gestorben wird).<\/p>\n\n\n\n<p>Luise geht an ihrem Kummer nicht kaputt. Sie ist weiterhin lebenslustig und \u00fcberall zu finden, \u201cwo de Stiert sick r\u00f6jt\u201d (wo etwas los ist). Im Vergleich mit Oma Rieke (5.2) ist sie bei weitem nicht so selbstlos, bescheiden und g\u00fctig, sondern mehr hartgesotten und egoistisch. Schwiegersohn Richard (4.1) freut sich immer, wenn sie nicht einmal einen Blumenstrau\u00df aus dem eigenen Garten mit anderen, etwa mit Oma Rieke, teilen will. In sp\u00e4teren Jahren wird sie zu einer dicken Kugel. Darum nennt Richard sie &#8222;Wrucke&#8220; entsprechend ihrer R\u00fcbengestalt, aber sie nimmt es ihm nicht \u00fcbel. Trotz ihrer einseitigen Ern\u00e4hrung f\u00fchlt sie sich bis ins Alter gesund. Nur manchmal kocht sie Pflaumenmus und dann nach dem Rezept &#8222;erst Pfund auf Pfund und dann Zucker nach Geschmack nach&#8220;. Das ist dann wie eine Bonbonmasse. Zu den Festen bringt ihr die Gutkundschaft Federvieh mit, weil sie so gerne &#8222;salkert&#8220;, wie sie das Zubereiten des Gefl\u00fcgels nennt. Von den \u00c4rzten h\u00e4lt sie wenig und sagt bei Krankheiten gern: &#8222;Dat is von s\u00fclbst kamen und geht ok von s\u00fclbst wedder weg, un wenn nich, helpt `n k\u00f6hlen Drunk gegen alls.\u201d Diese Philosophie erweist sich nicht als falsch, denn sie wird 84 Jahre alt.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der lieben Verwandtschaft, die kurz zuvor erl\u00e4utert ist, ist man eigentlich niemals im Kriegszustand, und man sieht sich des \u00f6fteren. Alle Bertramschen sind kaum zu beleidigen und haben etwas Zwingendes an sich, so da\u00df die anderen sich unterordnen. Im eigenen Lager rauft man sich immer wieder zusammen. Zun\u00e4chst einiges zu den Hinrichsschen Geschwistern: Vom Hoferben Rudolf in Parchim, der den Hof vertrinkt, h\u00f6rten wir schon. Schwester Marie heiratet einen Korbmacher namens Michel aus L\u00fcbz. Sie haben zwei T\u00f6chter, Alma und Martha. Alma wird die Frau des Kohlenh\u00e4ndlers Paul Redlin in L\u00fcbz, und Martha heiratet den Bahnschlosser Friedrich Karl Siems in Hamburg. Beide T\u00f6chter sind so extrem geizig, da\u00df sie ihren M\u00e4nnern weder ein Bier noch die geliebte Zigarre g\u00f6nnen. Christians Bruder Wilhelm wird Lokomotivf\u00fchrer in Hamburg, heiratet dort. Sie haben zwei T\u00f6chter namens Klara und Anna. Klara hat Reformideen, lebt als &#8222;Sonnenschwester&#8220; und mu\u00df bei einem Besuch bei Richard (4.1) und Martha (4.2) sogar in Milch baden. Ob Martha Grund zur Eifersucht auf Klara hat, wei\u00df niemand so genau. Die Sache erledigt sich bald durch Klaras Heirat mit einem Zahnarzt, mit dem zusammen sie Torfbetten f\u00fcr S\u00e4uglinge und \u00e4hnliches erfindet. Christians Bruder Karl Hinrichs lebt als Schneider in Parchim und hat ein schlimmes Weib namens Emma, aber keine Kinder. Tante Emma duldet, wie sich Bruno erinnert, keinen Widerspruch und beherrscht alle Tugenden. Bruno darf nicht einmal zusehen, wenn die Alten &#8222;Spitz pa\u00df auf&#8220; spielen. Das Spiel ist n\u00e4mlich so aufregend, da\u00df die Spieler selbst nach einigen Spielen einschlafen. Sonst ist Emma g\u00fctig, und Else Freund, die sie an Kindesstatt annehmen, hat es gut bei Emma und Karl. Trotz R\u00fcckgradverkr\u00fcmmung heiratet sie. Ihr Beruf ist Putzmacherin.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn nun \u00fcber Luises Bertram-Verwandtschaft etwas zu arg hergezogen wird, so soll man hier\u00fcber nicht vergessen, da\u00df sie im Grunde doch alle rechtschaffene Menschen sind, zwar mit Marotten, aber wer hat die nicht. Beginnen wir mit Luises \u00e4ltestem Bruder August Bertram, der wie Bruder Heinrich in der Werderstra\u00dfe ein Haus hat. Er ist der Standesh\u00f6chste der Sippschaft und f\u00fchrt den Titel: &#8222;Gro\u00dfherzoglich geheimer Oberhof-Kabinettskanzlist&#8220;. Wir w\u00fcrden heute sagen, Schreiber und Pflanzenverk\u00e4ufer in der Schlo\u00dfg\u00e4rtnerei. Der hohe Titel verpflichtet nat\u00fcrlich. Zum Leidwesen seiner Frau Frieda ist sein Hobby, auf sch\u00f6ne M\u00e4dchenbeine zu schielen und dann durch die Z\u00e4hne zu pfeifen: &#8222;Sss sss&#8220;.&nbsp; August ist der schrecklichste Geizhals von den Bertrams. Seine erste Frau Anna h\u00e4lt es nicht aus und nimmt sich das Leben, w\u00e4hrend er von der zweiten, Frieda, \u00fcberlistet wird, wenn er partout kein Wirtschaftsgeld herausr\u00fccken will. Die \u00e4lteste Tochter Erna, die Widerspenstige, wird vom Vater versto\u00dfen und bleibt auch sp\u00e4ter das Enfant terrible der Familie. Hans, der sportliche Regierungsamtmann, der sich selbst bedichtet: &#8222;Man gab ihm das Sportabzeichen in Gold &#8230;\u201d, labt sich am Bertramschen Erbe der Gro\u00dfmannssucht und Knickerigkeit. Auch seine Frau Erika hat nach einigen Selbstmordversuchen doch Erfolg. Deren \u00e4ltester Sohn Friedrich wird Arzt, f\u00e4llt aber im 2. Weltkrieg. Tochter Lieselotte, genannt Lilo, heiratet einen Balten und lebt unauff\u00e4llig in Wiesbaden zusammen mit ihrer Tante Anni (Kempf). Der j\u00fcngste Sohn Arno wird Chirurg und scheffelt als Gutachter viel Geld, das er als Bertram sorgsam h\u00fctet. Aus Augusts zweiter Ehe mit Frieda stammt die eben genannte Anni, die den Bahninspektor Kempf heiratet. Er kehrt aus dem 2. Weltkrieg nicht zur\u00fcck. Darum bleibt Anni bei Lilo. Soweit der Zweig &#8222;August&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Philipp und Maria Bertrams zweiter Sohn hei\u00dft Wilhelm. Er wird Postsekret\u00e4r, zuerst in Schwerin, sp\u00e4ter in Hamburg, wo er fr\u00fch stirbt. Dessen Tochter Martha heiratet nach Argentinien. Die Verbindung zu ihr rei\u00dft ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Philipp und Marias Sohn Heinrich, dem Schuster in der Werderstr. 38, einige H\u00e4user von August entfernt, ist Luises (3.4) Verbindung am engsten. Auch er ist knickeriger Gro\u00dfmann, hat aber einen sch\u00f6nen Ba\u00df und singt in der Gesangsriege des Turnvereins, wo seine anderen Familienmitglieder auch t\u00f6nen und f\u00fcr die Mi\u00dft\u00f6ne zust\u00e4ndig sind. Heinrich heiratet Eleonore, ein \u201cFierabendskind\u201d der bildsch\u00f6nen Mutter Bolzendahl. Lore sieht wie eine zierliche Rokkoko-Kokotte aus, aber mit Wachtmeisterblick. Sie dirigiert die Familienmitglieder mit Diplomatengeschick gekonnt an die Arbeit: &#8222;Heinerich, Du kannst dat so sch\u00f6n!&#8220;. Zu den Festen \u00fcberrascht man sich mit gro\u00dfen Geschenken, die man ohnehin h\u00e4tte kaufen m\u00fcssen, also mit einem Anzug oder Mantel o.\u00e4. Man sagt dann stets pathetisch: &#8222;Dat is mien Mann mi wiert!&#8220;. Bruno (5.1) erinnert sich gern an die zumindest interessanten Geburtstags- und Weihnachtsfeste bei Loring, z.B. wenn man Wermuthwein aus kleinsten Schnapsgl\u00e4sern trinkt und diese dann kunstvoll mit der Zunge ausleckt. Gekonnt ist vor allem Lores Kuchen; schon die Backzeremonie: \u201cSied mal all still; ,Mehl&#8216; hew ick, ,Butter&#8216; hew ick, ,Zitrone&#8216; hew ick &#8230; .&nbsp;Ach Gott, nu hew ick dat Backpulver verg\u00e4ten!\u201d Schon wenige Minuten nach dem Genu\u00df des ersten Kuchenst\u00fcckchens bittet der erste Gast um den Klosettschl\u00fcssel, bis schlie\u00dflich alle unterwegs sind. Bei so viel Gem\u00fctlichkeit bekommt schlie\u00dflich Bruno den Auftrag, den Weihnachtsbaum abzuputzen, wie man hier sagt. \u201cBruunoo, Du kannst dat so sch\u00f6\u00f6n!\u201d, sagt Lore in ihrer langsamen gedehnten Sprechweise. Die Kinder von Heinrich und Lore hei\u00dfen Maria, genannt Tante Mimi, und Wilhelm, die au\u00dfer Lore Zielscheibe von Richards (4.1) Spott auf den Festen sind. Er spielt mit Vater und Sohn Skat um 1\/10 Pfennig, kann aber beide nur bei Laune halten, wenn er sie gewinnen l\u00e4\u00dft. Schon 10 Pfennig Verlust w\u00fcrden die Bertrams nicht verkraften. Mimi spielt derweil Klavier: &#8222;Blink und blank auf der Gartenbank&#8220; singt sie nach Hermann L\u00f6ns. Sie arbeitet beim Einwohnermeldeamt und ist es, die sp\u00e4ter die Verbindung von Annemarie (5.2) und Bruno (5.1<em>) <\/em>wiederherstellt. Sie ist viel mehr eine Bolzendahl als eine Bertram und hat frappierende \u00c4hnlichkeit mit Altkommunistin Rosa Luxemburg. Leider stirbt sie sehr fr\u00fch an Lungenemphysem. Doch ihr j\u00fcngerer Bruder Wilhelm, der Tunichtgut, wird alt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber Wilhelm k\u00f6nnte man ein Buch schreiben. Als Gro\u00dfmann ist er ganz Bertram, auch in der Knickerigkeit, aber in der Dummheit kommt er wohl auf die alte Bolzendahl. Doch ist er durchtrieben und hat Mutterwitz. In seiner Kindheit mu\u00df seine Mutter Lore immer sagen: &#8222;Willem, du l\u00fcchst, di steit dat v\u00f6r de Stirn schr\u00e4ben!&#8220; Loring kann das leicht feststellen, weil Wilhelm beim L\u00fcgen die M\u00fctze bis tief in die Augen zieht. Durch die Volksschule lanziert ihn nicht einmal sein Nachhilfelehrer, Herr Gurk, den Wilhelm oft zur Verzweiflung bringt: &#8222;Nee, he (Wilhelms Klassenlehrer) het dat extra seggt, wi hebben nix up, dat het he extra seggt &#8230;&#8220; (Anschlie\u00dfend wieder obiger Spruch von Loring). Aber sonst kennt sich Wilhelm aus: &#8222;Dieser Hund kriegt bald junge H\u00fcnde!&#8220;. Schon mit 12 Jahren hat er eine Freundin und ruft aus dem Fenster: \u201cHeute abend um 8 an der Ecke!\u201d. Bei Ausfl\u00fcgen tr\u00e4gt Wilhelm als Kind immer einen Strohhut, eine sogenannte Kreiss\u00e4ge, die dann alle Augenblick mit lautem Klatsch auf das Pflaster f\u00e4llt, wobei die anderen Kinder nachhelfen. Schwester Mimi bekommt bei solchen Ausfl\u00fcgen immer &#8222;Herzweh&#8220;, wie sie sagt. Wilhelm, der infolge von Polypen stark n\u00e4selt, versucht sich nach erfolgloser Schulzeit genau so erfolglos in mehreren Berufen. Als Kaufmannslehrling geht es nicht gut. Und nicht einmal als aktiven Soldaten k\u00f6nnen sie ihn gebrauchen. Das will schon etwas hei\u00dfen. So landet er bei seinem Vater Heinrich auf dem &#8222;Schosterh\u00fcker&#8220;. Man l\u00e4\u00dft die Weltfirma in &#8222;Bertram und Sohn&#8220; umschreiben. Bald kommt der zweite Weltkrieg, und Wilhelm wird zum Milit\u00e4r eingezogen. Jetzt zeigt er, was wirklich in ihm steckt: Sich anschmieren, blenden und aufschneiden. So schafft er es, zu dem ebenfalls eingezogenen Baurat Klatt, Richards (4.1) Chef im Landeswirtschaftsamt, in die Schreibstube zu kommen. Darum landet er nach beendetem Heldentum durch Klatt als gewichtiger B\u00fcrokrat bei Richard (4.1) im Amt&nbsp; trotz schwachem ABC und Einmaleins. Unverdient bekommt Wilhelm eine nette Frau, Marta Kr\u00f6pelin, bis nach einigen Jahren der Tag kommt, an dem Wilhelm Massagen verordnet bekommt. Aber man wei\u00df nicht, ob die Masseuse, eine Baltin namens Imogen, ihn an der falschen Stelle massiert hat, oder wieso sonst Imogen von Wilhelm ein Kind erwartet. Wilhelm l\u00e4\u00dft sich wegen Gef\u00fchlsk\u00e4lte von seiner netten Frau scheiden, wird bald aus dem Staatsdienst entlassen, versucht es mit W\u00fcrstchenhandel auf der Stra\u00dfe und geht nach neuem Mi\u00dferfolg aufs ganze: Er klaut die Gewerkschaftskasse und fl\u00fcchtet mit Imogen nach Ludwigsburg in den Westen. Heinrich stirbt kummererf\u00fcllt. Wilhelms geschiedene Frau Marta pflegt noch ein paar Jahre die leidende Eleonore.<\/p>\n\n\n\n<p>Minna hei\u00dft Philipps und Marias viertes Kind, wieder eine echte Bertram. Es er\u00fcbrigt sich wohl zu wiederholen, was darunter zu verstehen ist. Sie heiratet Malermeister Trilke in der Johannesstra\u00dfe in Schwerin. Sie haben eine Tochter Hedwig. Ihr Schwiegersohn erinnert sich an Minnas bombastische Worte: \u201cIch lege dieses Kleinod (gemeint ist Hedwig) vertrauensvoll in Ihre H\u00e4nde.\u201d Mit Luise haben die Trilkes wenig Kontakt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die letzte und j\u00fcngste der Glanzrabent\u00f6chter, Auguste, ist in ihren Bertrameigenschaften nicht die geringste. Sie heiratet einen Hinrichs, der aber mit Christian nicht verwandt ist, sondern zu der sogenannten Dallberger Linie geh\u00f6rt. Sein Neffe wird sp\u00e4ter einmal Brunos (5.1) Amtsvorsteher in Waren (M\u00fcritz). Er wird Bruno in der Beamtenbeurteilung einmal bescheinigen, da\u00df er aufs\u00e4ssig und widersetzlich ist, was wohl sogar zutrifft. Doch zur\u00fcck zu Tante Guste, die mit ihrer Familie in Wismar, Dahlmannstr.18 wohnt. Wie eine Gesch\u00e4ftsfrau ersten Ranges vermietet sie einige Zimmer an arme Studenten, \u201cAkas\u201d genannt. Sie bek\u00f6stigt sie auch und nimmt sie nach Strich und Faden aus. Diese m\u00fcssen sogar ihre Fressalienpakete, die sie von Zuhause bekommen, an Guste abliefern und werden obendrein noch zu h\u00e4uslichen Arbeiten eingeteilt. Doch das Schicksal setzt den Hobel an &#8230; Sohn Ludwig, genannt Louis, &#8222;hett blot Bucksb\u00fctelien in&#8217;n Kopp&#8220;. Wenn seine Mutter arme &#8222;Akas&#8220; auspl\u00fcndert, warum soll Louis nicht auch klauen und betr\u00fcgen. Doch er ist noch vielseitiger und beginnt seine Karriere schon als Kind als Feuerleger und \u00fcbt sp\u00e4ter einen mehr seinem Kosenamen entsprechenden Beruf aus, soweit er nicht zu brummen hat. Wie dicht alles beieinander liegt, zeigt Heinz, Gustes zweiter Sohn, der ganz und gar nicht kriminell wird, sondern der gef\u00fcrchtetste Rechtsanwalt der Gegend von nicht zu \u00fcberbietender Rigorosit\u00e4t. Er geht &#8222;bertramgerecht&#8220; \u00fcber Leichen. \u00c4u\u00dferlich gleicht er einem \u201cUhlenk\u00fcken\u201d und wird wohl darum nicht alt. Nicht zu vergessen ist Tochter Elisabeth, die eine Lehrerin wird und was f\u00fcr eine; eine hemmungslose Egoistin mit nicht zu bremsenden Redeflu\u00df. Nur gegen Richard (4.1) hat sie keine Chance. Sobald ihr nach Stunden die Worte auszugehen drohen, stellt er die Frage nach dem Anfang. Sie wiederholt es treu und brav, sooft &#8222;Pipi&#8220; es anregt, bis seine Frau Martha dem Zusammenbruch nahe ist. So bleibt &#8222;Pipi&#8220; stets Sieger, und Lisbeth f\u00fchlt sich best\u00e4tigt und h\u00e4lt Richard f\u00fcr den interessiertesten Menschen. Er lacht innerlich dar\u00fcber und nimmt keinen der Bertrams allzu ernst.<\/p>\n\n\n\n<p>Jeden Monat wiederholt sich dasselbe Schauspiel um die Hausmieten, die Luise kassiert und an Richard als Hausverwalter \u00fcbergeben mu\u00df, aber sich nach Bertramscher Art nicht vom Geld trennen kann. Da wird dann tagelang gefeilscht: &#8222;Nee, h\u00fct hew ick keen Tid dorf\u00f6r.&#8220; &#8230; \u201dNee, h\u00fct hew ick keen l\u00fctt Geld.\u201d &#8230; \u201cNee, h\u00fct k\u00fcnn ick noch nich wesseln gahn.\u201d &#8230; &#8222;Nee, h\u00fct middag har de Sporkass to.&#8220; &#8230; &#8222;Nee, h\u00fct k\u00fcnn ick nich afsluten, wil Kerfaksch saubermaken wull.&#8220; &#8230; \u201dNee, nu m\u00f6t ick ierst t\u00f6ben, bat de Dackdecker hier west ist un sien R\u00e4knung kassiert.\u201d usw. usw. Richard wird nicht b\u00f6se, sondern macht jedesmal einen dummen Witz mit &#8222;Wrucke\u201d bis sie sich geschlagen gibt, aber nur bis zum n\u00e4chsten Mal.<\/p>\n\n\n\n<p>Luise ist im Grunde sehr h\u00e4\u00dflich. Sie schaut gern \u00fcber den Spion am Wohnzimmerfenster die Stra\u00dfe entlang. Alle Passanten werden dann trotz der eigenen Visage in Grund und Boden verdammt: &#8222;Nee, wenn ick sonn Gesicht har, w\u00fcr ick mi `n B\u00fcx r\u00f6wer trecken.&#8220; Die meiste Kritik verwendet sie auf die ledigen M\u00fctter, deren Fehltritt sie &#8211; als Mutter von Gucke &#8211; \u00fcberhaupt nicht verstehen kann (Den Splitter beim andern sehen, nicht aber den Balken im eigenen Auge!).<\/p>\n\n\n\n<p>Bei allem ist nicht zu \u00fcbersehen, da\u00df Luise unerm\u00fcdlich bis zu ihrem Lebensende mit 84 Jahren n\u00e4ht gegen Lebensmittel als Entgelt, mit denen sie die ganze Familie in der schlechten Nachkriegszeit ern\u00e4hren hilft. Daf\u00fcr ein gro\u00dfes Lob!<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button alignright\"><a class=\"wp-block-button__link\" href=\"https:\/\/familie-woehl.de\/?page_id=208\">n\u00e4chste Seite<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 1867 geborene Christian w\u00e4chst zusammen mit seinem \u00e4lteren Bruder Rudolf in der elterlichen Ackerb\u00fcrgerei in Parchim auf. Seine gro\u00dfe Tierliebe kann er nicht nutzen, sondern mu\u00df gegen seinen Willen Schuster werden, weil der \u00e4ltere Rudolf den Hof erbt. Sicherlich konnte man nicht voraussehen, da\u00df Rudolf den Hof vertrinken w\u00fcrde. 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