{"id":971,"date":"2013-01-04T17:40:12","date_gmt":"2013-01-04T17:40:12","guid":{"rendered":"http:\/\/familie-woehl.de\/?page_id=971"},"modified":"2023-03-08T11:04:15","modified_gmt":"2023-03-08T11:04:15","slug":"opa-kais-ausbildung-und-beruf","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/familie-woehl.de\/?page_id=971","title":{"rendered":"Opa Kais Ausbildung und Beruf"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Auf welcher Schule warst du? Was waren deine Lieblingsf\u00e4cher? Was hast du gehasst?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Wegen unseres bevorstehenden Umzugs von Haus Bockdorf bei Kempen nach D\u00fcsseldorf bin ich erst Ostern 1956 als mit fast 7 Jahren eingeschult worden. Damals waren die Schulen bzw. Schulklassen noch getrennt nach M\u00e4dchen und Jungen sowie nach evangelisch und katholisch. Ich ging somit anfangs in die f\u00fcr unseren Stadtteil Bilk zust\u00e4ndige st\u00e4dtische evangelische Knaben-Volksschule an der Konkordiastra\u00dfe. Nach dem 4. oder 5. Schuljahr bestand die M\u00f6glichkeit, zum Gymnasium oder zur Realschule (Mittelschule) zur wechseln, sofern man&nbsp;die Aufnahmepr\u00fcfung der angestrebten Schule bestand.&nbsp;W\u00e4hrend ich im Rechnen immer gut war, tat ich mich mit dem Lesen, der Rechtschreibung und vor allem der Sch\u00f6nschrift schwer und musste viel zu Hause \u00fcben. Trotz Bedenken des&nbsp;Lehrers entschieden meine Eltern, mich f\u00fcr die Aufnahmepr\u00fcfung&nbsp;&nbsp;am st\u00e4dtischen mathematisch-naturwissenschaftlichen <a title=\"Wikipedia-Eintrag zum Lessing-Gymnasium\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Lessing-Gymnasium_in_Duesseldorf-Oberbilk,_von_Westen.jpg\">Lessing-Gymnasium, Ellerstr. 87 in D\u00fcsseldorf<\/a> anzumelden. Vor der Pr\u00fcfung hatte meine Mutter mehr Angst als ich und es&nbsp;wurde kaum dar\u00fcber gesprochen, um&nbsp;sich eine m\u00f6gliche&nbsp;Dem\u00fctigung gegen\u00fcber den Nachbarn zu ersparen.<\/p>\n<p>Meine Lieblingsf\u00e4cher auf dem Gymnasium waren Mathematik, Physik und Kunst. Gehasst habe ich besonders Latein,&nbsp;Deutsch&nbsp;und Musik. In Deutsch hat&nbsp;mein Vater&nbsp;mi sehr geholfen, die Rechtschreibung, Grammatik&nbsp;und&nbsp;vor allem&nbsp;das Aufsatzschreiben so weit zu beherrschen, dass Deutsch in der Oberstufe dann kein Problemfach mehr war. Auch das Maschineschreiben und die&nbsp;Kurzschrift, die ich neben der Schule im Stenographen-Verein lernte und w\u00e4hrend der Schulunterrichts bzw. bei den Hausaufgaben einsetzte, halfen speziell wegen meiner schlechten Handschrift und der Hausaufgabe des damaligen Klassenlehrers, jede Deutschstunde in der 11. Klasse zu protokollieren.<\/p>\n<p><strong><em>Welche Erinnerungen hast du an deine Schulzeit?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Schulzeit war ich in der Volksschule und besonders aber in der Unter- und Mittelstufe des Gymnasiums&nbsp;gro\u00dfem Druck durch meine Eltern ausgesetzt. In der Klasse, meist ein Einzelg\u00e4nger, hatte ich aber doch immer ein oder zwei Schulfreunde, mit denen der Kontakt au\u00dferhalb der Schule aber wegen weiter Wege meist nur sporadisch war. Bei Fu\u00dfball wurde ich immer als einer der letzten gew\u00e4hlt. Die Erinnerungen an meine Schulzeit sind somit insgesamt ziemlich negativ. Erst mit Beginn der Oberstufe \u00e4nderte&nbsp;sich das. Hier brauchte ich meinen Vater nicht mehr zur Unterst\u00fctzung,&nbsp;war durch eigenst\u00e4ndig erworbene&nbsp;schulische und au\u00dferschulische Erfolge selbstbewu\u00dfter sowie&nbsp;durch&nbsp;Moped und im letzten Jahr durch das Auto mobiler und hatte vielmehr Freiraum als fr\u00fcher.<\/p>\n<p><strong><em>Was wolltest du als Kind werden? Was war dein Traumberuf?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mein Traumberuf als Kind war stets Flugkapit\u00e4n. Daher war die Brille, die ich&nbsp;mit 11 oder 12 Jahren brauchte, besonders schlimm, denn Pilot konnte ich nun nicht mehr werden. Danach habe ich mich besonders f\u00fcr die Raumfahrt interessiert. Die Reportagen von&nbsp; Starts, Landungen und Kopplungsman\u00f6ver, speziell des amerikanischen Gemini-Programms habe ich immer Radio verfolgt. Angesichts der Gefahren hatte ich selbst nie Astronaut werden wollen, was ja wegen der Brille auch nicht ging, aber als Raketenbauer oder in \u00e4hnlicher Funktion h\u00e4tte ich gern mitwirken wollen.<\/p>\n<p><strong><em>Wie war dein Einstieg in den Beruf &#8211; die Lehrjahre? Studium?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Physik-Studium in Bonn nach der schlimm empfundenen Bundeswehrzeit begann ich sehr hoffnungsvoll, da ich&nbsp;ja immer gut in Physik und Mathematik auf der Schule gewesen war.&nbsp;Es traf mich somit sehr hart, als ich die meisten \u00dcbungsaufgaben, speziell in analytischer Geometrie und Chemie, aber oft auch in Analysis und Physik nicht l\u00f6sen konnte und auch am Semesterende&nbsp;nicht alle&nbsp;Probeklausuren bestand. Ich war schon versucht, das Studium nach dem 1. Semester abzubrechen, aber mangels&nbsp;Alternative und aufgrund der Zuredens meiner Eltern machte ich weiter. In den Semesterferien gelang es mir dann doch, vieles von dem Lehrinhalt zu verstehen, den ich vorher \u00fcberhaupt nicht hatte nachvollziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ab dem 2. Semester&nbsp;gefiel mir das Studium dann&nbsp;doch immer besser.&nbsp;Bisher hatte ich ja nach der Bundeswehrzeit wieder bei meinen Eltern in D\u00fcsseldorf gewohnt und war t\u00e4glich mit der Bahn nach Bonn gependelt. Jetzt wollte ich mit meinem Schulfreund Theo, mit dem ich zuvor in den Semesterferien zum Nordkap gefahren war und der auch in Bonn ein Lehramt-Studium aufnehmen wollte, ein gemeinsames Zimmer nehmen. Wir fanden in der Goebenstra\u00dfe direkt unter dem Dach eine einfache Wohnm\u00f6glichkeit, die allerdings f\u00fcr zwei zu klein war. Somit zog ich allein dort ein. Theo fand sp\u00e4ter auf der anderen Rheinseite auch eine Bleibe. Durch meinen st\u00e4ndigen Aufenthalt in Bonn w\u00e4hrend der Woche gewann ich nun auch langsam einen Freundeskreis, in dem nicht nur die L\u00f6sungen der \u00dcbungsaufgaben ausgetauscht wurden, sondern in dem es auch dar\u00fcber hinaus gemeinsame Aktivit\u00e4ten gab. Einer der ersten Freunde wurde Peter R\u00f6hrs, zu dem bis heute eine regelm\u00e4\u00dfiger Kontakt besteht.<\/p>\n<p>Auch im Studium lief ab dann alles sehr viel besser. Meinen Schwerpunkt verlagerte ich von Physik&nbsp;auf Mathematik und die Option f\u00fcr Chemie gab ich auf. \u00dcber einen Programmierkurs in FORTRAN erfuhr ich von dem geplanten neuen Studiengang Informatik, f\u00fcr den&nbsp;mich sehr interessierte und zu dem ich die wenigen Lehrveranstaltungen besuchte. Nach dem 4. Semester machte ich dann mein Vordiplom in Mathematik mit den Nebenf\u00e4chern Physik und Informatik mit dem Ziel st\u00e4rker in die Informatik einzusteigen. In Bonn stockte damals aber der weitere Ausbau des Informatik-Studiums, u.a. weil einer der Dozenten Herr Brauer eine Informatik-Professorenstelle in Informatik in Hamburg erhielt. Freund Peter wechselte mit ihm&nbsp;zur Universit\u00e4t&nbsp;Hamburg und aufgrund seiner positiven Erfahrungen folgte ich bereits zum n\u00e4chsten, meinem 6.&nbsp;Semester. Die Studienbedingungen hier waren angesichts ganz weniger Studenten im Hauptstudium und vielen Dozenten&nbsp;ideal, so dass ich bereits nach meinem 8. Semester das Informatikstudium erfolgreich abschlie\u00dfen konnte.<\/p>\n<p>Nach meinem Diplomerhielt ich eine befristete Stelle im \u00fcberregionalen Forschungsprogramms ander Universit\u00e4t Dortmund an einem Lehrstuhl f\u00fcr theoretische Informatik. Neben den Forschungsaufgaben hatte ich auch Lehrverpflichtungen, in denen ich noch sehr viel gelernt habe. Sobald sich die Gelegenheit bot, wechselte ich auf eine normale Assistentenstelle, auf der ich dann 1977 meine Doktorarbeit abschlo\u00df. Ich hatte dabei untersucht, bei welchen einfachen Programme man mathematisch entscheiden kann, ob sie dieselbe Funktion berechnen. Da ich jedoch langfristig nicht in der theoretischen Informatik arbeiten wollte und die Chancen auf eine Dauerstelle an der Universit\u00e4t sehr gering waren, suchte ich nun eine Stelle in der Industrie, die ich dann auch nach einer l\u00e4ngeren Bewerbungsrundreise bei Grundig in F\u00fcrth fand.<\/p>\n<p><strong><em>Warum bist du von Beruf Informatiker geworden? Was hast du als Informatiker den ganzen Tag gemacht?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Im Grundstudium hat mich besonders die praktische Mathematik mit ihren Algorithmen interessiert und die Datenverarbeitung stellte hierf\u00fcr das ideale Werkzeug bereit.&nbsp;Ausschlaggebend waren aber&nbsp;die Erfolgserlebnisse, die&nbsp;man durch die R\u00fcckmeldung des Computers erh\u00e4lt, wenn ein selbst geschriebenes Programm d\u00ede gestellten Anforderungen erf\u00fcllt.&nbsp;Im sp\u00e4teren Berufsleben&nbsp;war es f\u00fcr mich immer faszinierend zu sehen, wie eigene Ideen in Software gegossen nicht nur den eigenen Arbeitsplatz, sondern u.U. auch den von vielen anderen Nutzern ver\u00e4ndern konnten. Ich war immer stolz, wenn ich R\u00fcckmeldungen, ob positiv oder negativ, von den Anwendern erhielt. Auch wenn ich im Beruf mit der Zeit immer mehr vom Software-Entwickler zum Projektmanager wurde, der sich mit Hilfe von Besprechungen und Berichten um die Resourcen f\u00fcr Software-Entwicklung sowie um seine Mitarbeiter&nbsp;bem\u00fcht, hatte ich bis auf die letzten paar Jahre stets eine Nische, wo ich mitentwickelt habe. Diese Entwicklungst\u00e4tigkeit&nbsp;und die dadurch bedingten Erfolgserlebnisse waren es, die mich meist zufrieden nach der Arbeit nach Hause gehen lie\u00dfen.<\/p>\n<p><strong><em>Wie stehst du zur Arbeit im Haushalt?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Arbeit im Haushalt geh\u00f6rt nicht zu meinen Lieblingsbesch\u00e4ftigungen.<\/p>\n<p><strong><em>Welche Arbeiten hast du immer gern gemacht, wo hast du dich, wenn m\u00f6glich, gedr\u00fcckt?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Gern mache ich nach wie vor alle&nbsp;Arbeiten, die konkret etwas bewirken, etwas aufbauen und schaffen sowie die Welt vielleicht sogar eine Zeitlang ein bi\u00dfchen ver\u00e4ndern. Vor allen Arbeiten, die von Anderen erwartet, deren Sinn sich mir aber nicht erschlo\u00df, habe ich mich gedr\u00fcckt. Auch habe ich gern Arbeiten anderen \u00fcberlassen, wenn ich \u00fcberzeugt war, dass&nbsp;jene diese besser bzw. mit weniger Aufwand&nbsp;erledigen k\u00f6nnen&nbsp;als ich.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><a title=\"Opa Kais Jugend\" href=\"http:\/\/familie-woehl.de\/?page_id=873\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"zur\u00fcck\" src=\"http:\/\/familie-woehl.de\/wp-content\/uploads\/2012\/11\/Pfeil-zur.jpg\" alt=\"\" width=\"38\" height=\"38\"><\/a>zu Opa Kais Jugend<\/td>\n<td style=\"text-align: right;\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf welcher Schule warst du? Was waren deine Lieblingsf\u00e4cher? Was hast du gehasst? Wegen unseres bevorstehenden Umzugs von Haus Bockdorf bei Kempen nach D\u00fcsseldorf bin ich erst Ostern 1956 als mit fast 7 Jahren eingeschult worden. 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